Häufig gestellte Fragen

GRUNDLEGENDES


Was sind Forschungsdaten?

„Forschungsdaten bezeichnen (digitale) Daten, die je nach Fachkontext Gegenstand eines Forschungsprozesses sind, während eines Forschungsprozesses entstehen oder sein Ergebnis sind.“ (Kindling et al. 2013).

Forschungsdaten werden unter Anwendung verschiedener Methoden – abhängig von der Forschungsfrage – erzeugt, z. B. durch Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Beschreibungen, Erhebungen oder Befragungen und bilden die Grundlage wissenschaftlicher Ergebnisse. Daraus ergibt sich ein disziplin- und projektspezifisches Verständnis von Forschungsdaten mit divergierenden Anforderungen für die Aufbereitung und Verwaltung.

Da Forschungsdaten notwendig sind, um die darauf aufbauenden Forschungsergebnisse verifizieren zu können, ist deren Erhalt ein anerkannter Bestandteil der guten wissenschaftlichen Praxis (siehe z. B. DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten).

Zu Forschungsdaten zählen u.a. Messdaten, Laborwerte, audiovisuelle Informationen, Texte, Surveydaten, Objekte aus Sammlungen oder Proben, die in der wissenschaftlichen Arbeit entstehen, entwickelt oder ausgewertet werden. Auch Software und Simulationen oder Abbildungen gehören dazu.

Warum überhaupt Forschungsdaten publizieren?

Publikation von Forschungsdaten eröffnet Chancen und Potentiale für die Forschenden ebenso wie für die Wissenschaft insgesamt:

Chancen für die Forschenden
  • Ihre Forschungstätigkeit wird sichtbarer. Publikationen, deren zugehörige Daten offen verfügbar sind, werden signifikant häufiger zitiert (Piwowar und Visions 2013).
  • Die Publikation von Forschungsdaten wird zunehmend als wissenschaftliche Leistung anerkannt.
  • Sie stärken die Qualität und die Vertrauenswürdigkeit ihrer Forschungen, indem Sie anderen die Möglichkeit zur Verifizierung geben.
  • Sie entsprechen damit den aktuellen Anforderungen von Seiten der Forschungsförderung (siehe oben).
  • Sicherung der eigenen Forschungsinvestitionen durch Einrichtung von Sperrfristen ist möglich.
Chancen für die Wissenschaft
  • Datenpublikation eröffnet neue Forschungspotentiale, und zwar für Re-analysen mit neuen Forschungsfragen und –methoden oder für Kombinationen von Daten verschiedener Quellen.
  • Datenpublikation reduziert redundante Datenproduktion in der Wissenschaft, was Zeit und Geld spart.
Konkrete Aufforderungen zur Datenpublikation
Der offene Zugang zu Forschungsdaten (Datenpublikation im Open Access) wird von Forschungsförderern und der wissenschaftlichen Gemeinschaft immer mehr gefordert, um publizierte Forschungsergebnisse zu verifizieren und die Nachnutzung der Daten zu ermöglichen.

Eines der wichtigsten internationales Bekenntnisse zu Open Science wurde von den Wissenschaftsministern der G8-Staaten 2013 unterzeichnet: “…to the greatest extent and with the fewest constraints possible, publicly funded scientific research data should be open […] whilst acknowledging the legitimate concerns of private partners.” [G8 Science Ministers 2013] Ebenso unterstützt die Digitale Agenda der Bundesregierung die Publikation von Forschungsdaten und plant, den „ungehinderten Informationsfluss, insbesondere in der Wissenschaft, [zu] verbessern. Dazu gehört eine umfassende Open-Access Strategie, die den effektiven und dauerhaften Zugang zu öffentlich geförderten Forschungspublikationen und -daten verbessern und Anreize ausbauen soll.“

Unter den Forschungsförderern fordern beispielweise die EU (Pilot on open research data in Programm HORIZON2020), die DFG (Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten) und andere dazu auf, Forschungsdaten offen zur Verfügung zu stellen.

Welche Datenbanken werden für die Publikation von geowissenschaftlichen Forschungsdaten empfohlen?

Die Registry of Research Data Repositories re3data.org ist DAS Verzeichnis, um weltweit Datenbanken (=Repositories) für Forschungsdaten zu finden und die dort vorhanden Daten dann ggf. zu nutzen. Für die Suche nach Publikationsmöglichkeiten von eigenen Forschungsdaten ist re3data.org jedoch nur begrenzt hilfreich.

Aus diesem Grund empfiehlt FID GEO an dieser Stelle drei Repositorien, die A) für alle Forschenden unabhängig von ihrer Affiliation offen sind und die B) die Publikation von geowissenschafltlichen Forschungsdaten nach aktuellen Standards (siehe COPDESS und FAIR-Principles) betreiben.

GFZ Data Services
GFZ Data Services ist der Kooperationspartner für die Datenpublikation über den FID GEO. Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ, der Betreiber von GFZ Data Services, vergibt seit 2004 Digital Object Identifiers (DOI) an Datensätze. Diese Datensätze werden durch GFZ Data Services archiviert und publiziert und decken die gesamte Breite der geowissenschaftlichen Disziplinen ab.

Datensätze werden von den Autoren elektronisch hochgeladen und über ein elektronisches Formular (Metadaten-Editor) beschrieben. Dieser Metadaten-Editor besitzt Erläuterungen und Hilfsangebote, aber erfahrungsgemäß fällt es leicht, die entsprechenden Felder im Editor auszufüllen. Es ist auch ein „Quick Start Guide for Data Publications“ verlinkt.

Als Besonderheit bietet GFZ Data Services die Möglichkeit, die Forschungsdaten von ganzen Projekten oder alle Datensätze einer bestimmten Institution auf Websites auszugeben, die das „look and feel“ des jeweiligen Projekts oder der jeweiligen Institution haben.

GFZ Data Services unterstützt Institutionen dabei Metadaten vom GFZ Repository zu harvesten, um die Daten in eigene Systeme, z.B. eine Universitätsbibliographie, einzupflegen.

PANGAEA
Pangaea ist eine Open Access Datenbank, die georeferenzierte Daten aus den Erd- und Lebenswissenschaften archiviert, publiziert und zugänglich macht. Langzeitverfügbarkeit der Inhalte wird garantiert über die Betreiber-Institutionen von Pangaea, das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

Datensätze werden von den Autoren elektronisch hochgeladen und über ein elektronisches Formular beschrieben. Daten- und Metadaten-Upload beginnen mit einer Anmeldung und werden über ein sog. Ticket System durchgeführt, das hier näher beschrieben wird. Es werden auch ausführliche Hinweise zum Daten-Upload, zum Workflow und zu möglichen Kostenbeteiligungen zur Verfügung gestellt.

Pangaea wird von den Daten-Zeitschriften wie Earth System Science Data (ESSD) und Scientific Data als Repository akzeptiert.

EarthChem Library
Die EarthChem Library ist ein Datenrepository, das geowissenschaftliche Daten und andere digitale Objekte archiviert, publiziert und zugänglich macht. EarthChem Library publiziert analytische Daten, Daten-Synthesen, Modelle, technical reports etc.

Forschungsdaten zur Veröffentlichung können online hochgeladen werden. Detaillierte Hinweise für das Einreichen von Forschungsdaten geben die EarthChem Library Submission Guidelines. Der öffentliche Zugang zu eingereichten Datensätzen kann bis zu maximal 2 Jahren eingeschränkt, dh. mit einem Embargo versehen werden.

Der Zugang zu Daten in der EarthChem Library ist offen (Open Access) unter den Bedingungen der Creative Commons license BY-NC-SA 3.0. Die EarthChem Library sichert Langzeitverfügbarkeit ihres Inhalts durch die Zusammenarbeit mit dem Columbia University Libraries Digital Program. Datensätez in der Library werden mit einem Digital Object Identifier (DOI) ausgestattet. Die EarthChem Library ist Teil von IEDA, ein publication agent des DataCite Consortiums.

Was ist eine Datenpublikation und was brauche ich dafür?

Daten zu veröffentlichen bedeutet, diese zugänglich und zitierbar zu machen. Dafür ist es wichtig, einen dauerhaft gültigen, elektronischen „Wegweiser“ zu erstellen, der die Daten im Internet immer auffindbar macht, auch wenn sich z.B. die Webadresse (URL) ändert, unter der der Datensatz zugänglich ist. Beim wissenschaftlichen Publizieren hat sich die DOI (digital object identifier) als elektronischer „Wegweiser“ etabliert. Mehr zu DOI und wie Sie eine DOI bekommen finden Sie weiter unten in „Häufig gestellte Fragen“.

Damit ihre Daten weltweit im Internet gefunden werden können, müssen die Daten eine Beschreibung bekommen, die für Suchmaschinen lesbar ist. Diese Beschreibung wird durch Metadaten vorgenommen. Mehr zu Metadaten und wie Sie konkret ihren Datensatz damit beschreiben finden Sie weiter unten in „Häufig gestellte Fragen“.

Damit andere Personen Ihre Daten beurteilen und nachnutzen können, müssen die Daten oft zusätzlich zu den maschinenlesbaren Metadaten eine Beschreibung bekommen, die Ihre Daten für andere erläutern.

Damit andere Personen wissen, in welcher Form die Nachnutzung ihrer Daten erlaubt ist, werden Ihre Daten mit einer elektronischen Lizenz versehen. Offene Lizenzen werden empfohlen, z.B. im Appell zur Nutzung Offener Lizenzen in der Wissenschaft der Allianz der Deutschen Wissenschaftsorganisationen, der auch von Forschungsförderern wie z.B. der DFG unterstützt wird. Als Lizenzen für offen zugängliche Forschungsdaten haben sich die Creative Commons Lizenzen etabliert. Dabei ist es möglich, verschiedene Optionen zu wählen: durch eine CC-BY Lizenz legen Sie zum Beispiel fest, dass andere Ihre Daten frei nutzen, verändern und sogar weitergeben dürfen und Sie dabei immer als Urheber der Daten zitieren müssen. Diese Lizenz wird von uns für die meisten Fälle empfohlen. Mehr zu elektronischen Lizenzen und unseren Empfehlungen finden Sie weiter unten in „Häufig gestellte Fragen“.

Gehören mir die Daten nach der Veröffentlichung noch?

Ja. Und was andere mit Ihren Daten machen dürfen, das bestimmen Sie selbst. Damit klar ist, in welcher Weise Ihre Daten nachgenutzt oder eben auch nicht genutzt werden dürfen, werden die Urheberrechte und Zugriffsrechte in einer Lizenz beschrieben, die mit den Daten fest verbunden ist. Wir empfehlen Ihnen eine geeignete Lizenz und beraten Sie zu dem Thema.

Habe ich eine Möglichkeit, die Veröffentlichung meiner Daten mit einem zeitlichen Embargo zu versehen?

Ja. Datenerzeuger haben natürlich das Recht auf Erstpublikation. Daher ist, vor allem auch im Zusammenhang mit Qualifikationsarbeiten, die Einrichtung von Sperrfristen möglich. Obwohl die Daten innerhalb der Sperrfrist nicht öffentlich zugänglich sind, kann jedoch bereits publiziert werden. Mit der vergebenen DOI können ihre Daten unmittelbar zitiert werden, über die Metadaten ist die Publikation suchbar und findbar.

Unterstützen die Fachzeitschriften, in denen ich Artikel publiziere, die Datenpublikation?

Die meisten Verlage der geowissenschaftlich relevanten Zeitschriften unterstützen die Publikation von Forschungsdaten. Sehr viele Verlage haben das „Statement of Commitment“ von COPDESS unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, Datenpublikationen zu unterstützen und Zitate von Datensätzen in den Zitatlisten der Fachartikel zu akzeptieren. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Copernicus, Elsevier, Science, SpringerNature, Wiley sowie Gesellschaften wie die American Geophysical Union, die European Geosciences Union und die Geological Society of London.

Warum soll ich mein Datensupplement nicht über die Fachzeitschrift publizieren, in der mein Artikel erscheint?

Fachspezifische Datenrepositorien bieten Mehrwerte, die in der Regel von Verlagen nicht zur Verfügung gestellt werden.

Die Möglichkeit, elektronische Datensupplemente wissenschaftlichen Artikeln hinzuzufügen, gibt es bei den Verlagen seit über 10 Jahren. Dies war zu Beginn die einzige Möglichkeit, Forschungsdaten überhaupt zu veröffentlichen. Heute gibt es Datenrepositorien (= spezielle elektronische Archive nur für Forschungsdaten), und diese legen in der Regel großen Wert auf die Publikation nachnutzbarer Daten: die Qualität der Metadaten (und der Daten) wird von Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern geprüft. Darüber hinaus haben Datenrepositorien viel Erfahrung mit der Kuration und der Langzeitarchivierung der Daten.

Daher wird inzwischen auch von Seiten sehr vieler Verlage empfohlen, Forschungsdaten über fachspezifische Datenrepositorien zu veröffentlichen und diese mit den wissenschaftlichen Artikeln bei den Verlagen zu verlinken. Diese Empfehlung ist auch ein Teil des COPDESS „Statement of Commitment“, zu dessen Unterzeichnern unter anderem Copernicus, Elsevier, Science, SpringerNature, Wiley sowie Gesellschaften wie die American Geophysical Union, die European Geosciences Union und die Geological Society of London gehören.

DATENPUBLIKATION ÜBER DEN FID GEO


Was sind die Vorteile der Publikation von Forschungsdaten über den FID GEO?

Dieser Service wird von Spezialisten am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam betreut, die mit geowissenschaftlichen Daten vertraut sind. Sie betreuen das Datenrepositorium des GFZ, welches seit 2004 Datensätze mit DOIs veröffentlicht und wirken gleichzeitig aktiv an den internationalen Entwicklungen des modernen Forschungsdatenmanagements mit.

  • Wir vergeben DOIs (Digital Object Identifiers), damit die Daten eindeutig und dauerhaft im Internet identifizierbar sind.
  • Wir stellen sicher, dass ihre Daten weltweit in den für die Geowissenschaften relevanten Suchkatalogen auftauchen und garantieren so für höchste Sichtbarkeit in Ihrer Fachcommunity.
  • Wir wissen, welche Metadaten geeignet sind, um geowissenschaftliche Daten zu beschreiben.
  • Wir beraten Sie zur Daten-Dokumentation und können Hinweise bezüglich der Daten-Qualität geben.
  • Wir sorgen dafür, dass Daten und zugehörige Textpublikation elektronisch miteinander verbunden sind.
  • Wir beraten Sie zu rechtlichen Aspekten, insbesondere zur Regelung der Nachnutzung Ihrer Daten. Wir empfehlen Ihnen die zu Ihren Bedürfnissen passenden Lizenzen, die klar regeln, wie andere ihre Daten nachnutzen dürfen.
Welche Forschungsdaten können über den FID GEO publiziert werden?

Im FID GEO beschränken wir uns auf die Veröffentlichung von Forschungsdaten, die Grundlage einer Textpublikation in einem Fachjournal sind. Wenn Sie andere Daten publizieren möchten, z.B. Daten, zu denen noch keine Textpublikation in einem Fachjournal existiert oder Daten, bei denen das auch gar nicht geplant ist, beraten wir Sie gern.

Was muss ich tun, wenn ich Daten über den FID GEO veröffentlichen möchte?

Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie an. Die Publikation von Forschungsdaten ist meistens unkompliziert, aber je nach Art und Menge der Daten können unterschiedliche Dinge wichtig sein. Wir betreuen Sie und stellen sicher, dass ihre Daten nach neuesten Standards zitierbar, lizensiert, dauerhaft verfügbar und weltweit auffindbar sind.

Was sind Metadaten?

Metadaten sind „Daten über Daten“ und stellen strukturierte Informationen dar, die eine Ressource beschreiben oder lokalisieren oder es anderweitig einfacher machen, die Ressource abzurufen, zu nutzen oder zu handhaben. Eine detaillierte Beschreibung, was Metadaten sind und wie sie genutzt werden finden sie in einer Publikation der National Information Standards Organization: Understanding Metadata.

Es gibt unterschiedliche Arten von Metadaten. Die wichtigsten sind die Metadaten für „Data Discovery“, zusätzlich gibt es strukturelle und kontextuelle Metadaten.

Um den automatisierten Austausch von Metadaten zu ermöglichen, wurden standardisierte Metadaten entwickelt, die auch von Maschinen lesbar sind. Diese Standards beziehen sich meist auf die Metadaten für „Data Discovery“ und enthalten z.B. Informationen über die Autoren bzw. Datenproduzenten, den Titel des Datensatzes, das Publikationsjahr, die geographische Lokalisierung, aber auch eine Kurzbeschreibung des Datensatzes und die Querverweise zu publizieren Artikeln.

Kontextuelle oder strukturelle Metadaten sind die Informationen, die für die Nachnutzung der Daten wichtig ist, z.B. eine Übersicht der Einheiten der Messparameter, die in einer Tabelle stehen oder die Information über Prozessierungsschritte oder auch eine Übersicht über alle Einzeldateien eines Datenpakets. Diese Art der Metadaten wird oft über README.txt Dateien oder andere ergänzende Dokumente zur Verfügung gestellt.

Wie kommen meine Metadaten zum FID GEO?

Die Metadaten für „Data Discovery“ (siehe Antwort auf die vorherige Frage) werden von Ihnen online in einen Metadaten-Editor eingegeben, den wir bereitstellen. Der Editor besitzt Erläuterungen und Hilfsangebote, aber erfahrungsgemäß fällt es leicht, die entsprechenden Felder im Editor auszufüllen. Weil Metadaten eine so wichtige Rolle für die spätere Auffindbarkeit Ihrer Daten im Internet spielen, werden Ihre Eingaben von uns geprüft, bevor sie freigegeben werden.

Für die kontextuellen und strukturellen Metadaten (siehe Antwort auf die vorherige Frage) wird je nach Datensatz ein sinnvolles Format gefunden. Dazu geben wir Ihnen Hinweise und beraten Sie gern.

Welches Metadatenschema wird benutzt?

Da nicht für alle Daten die gleichen Metadaten notwendig und sinnvoll sind, haben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Metadaten-Schemata für verschiedene Arten von Daten und Daten aus unterschiedlichen Disziplinen entwickelt. Wir nutzen das Metadatenschema von DataCite.

Was ist ein Digital Object Identifier (DOI)?

Eine DOI ist eine Online-Referenz, die einer digitalen Ressource (z.B. Zeitschriftenartikel oder Forschungsdaten) zugeordnet wird, um sie im Internet dauerhaft und eindeutig zu referenzieren. Die DOI ist dauerhaft mit dem digitalen Zielobjekt verbunden –  unabhängig von Änderungen auf Websites oder davon, dass Server möglicherweise abgeschaltet werden (eine DOI wird in diesem Fall einfach auf eine neue URL umgelenkt).  Die Verwendung von DOIs verhindert zum Beispiel, dass tote Links entstehen, wenn Verlage die Internetadresse eines Servers ändern. DOIs haben sich unter den verschiedenen Möglichkeiten, digitale Objekte dauerhaft im Internet zu referenzieren, als das führende System für Text- und Datenpublikationen durchgesetzt.

Wie bekommt meine Datenpublikation eine DOI?

Um die Vergabe einer DOI für Ihre Publikation kümmern wir uns. DOIs werden nach den Regeln der International DOI Foundation vergeben. Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ ist ein DOI Publication Agent und vergibt unter anderem die DOIs für die Datenpublikationen von GFZ Data Services. Nicht nur für die DOI-Vergabe, sondern für den gesamten Prozess der Datenpublikation nutzt der FID GEO die Kompetenz und Infrastruktur von GFZ Data Services. 

In welchem Format müssen meine Daten für die Publikation vorliegen?

Es gibt dafür keine festen Vorgaben, jedoch Empfehlungen (siehe z.B. Websites von UK Data Service und Stanford University). Wir beraten Sie gern.

Grundsätzlich gilt: Daten sollen barrierefrei ausgetauscht werden und von anderen gelesen werden können. Ideal sind Formate, die herstellerunabhängig, unverschlüsselt und in der Fachcommunity weit verbreitet sind sowie auf offenen, dokumentierten Standards beruhen. Tritt gerade bei kommerzieller Software das Problem proprietärer Formate auf, so lassen sich vielleicht die verwendeten Formate in offen standardisierte Formate umwandeln. Offene und weit verbreitete Formate sind proprietären stets vorzuziehen, wenn sie das Gleiche leisten oder mit wenig Aufwand entsprechend genutzt werden können.

Wo werden die Daten gespeichert?

Die Daten werden im Datenrepositorium des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ  dauerhaft verfügbar gespeichert. Das GFZ publiziert seit 2004 Forschungsdaten der Geowissenschaften und bürgt für die technische Integrität und Langzeitverfügbarkeit.

Findet eine Versionierung statt?

Datensätze, die einmal mit einer DOI versehen sind, dürfen nicht verändert werden. Es ist jedoch möglich, veränderten Datensätzen eine neue DOI zu geben.

Davon ausgenommen sind ständig wachsende dynamische Datensätze, z.B. Zeitreihen von einer Klimastation. Hier können, ohne dass sich die DOI ändern muss, neue Daten zu dem bestehenden Datensatz hinzugefügt werden WENN sich die bereits veröffentlichten Daten nicht verändern. In dem Moment jedoch, wo der bereits veröffentlichte Datensatz verändert wird (z.B. durch das Entfernen von Ausreißern oder eine Rekalibrierung), muss eine neue Version der DOI erzeugt werden.

Wenn eine DOI eine neue Version bekommt, wird sowohl bei der ursprünglichen Version darauf hingewiesen, dass es eine neue Version gibt, als auch bei der neuen Version gesagt, dass dies die veränderte, neuere Version der ursprünglichen Version ist.

Meine Heimatinstitution bietet eigene Services zur Datenpublikation. Soll ich trotzdem den FID GEO nutzen?

Fachspezifische Angebote wie FID GEO sind in ihrer Disziplin verankert und bieten deshalb in aller Regel besondere Vorteile, z.B. bei der Dokumentation der Daten oder bei der Sichtbarkeit für die Fachcommunity. Siehe „Vorteile der Datenpublikation über FID GEO“ weiter oben in den „Häufig gestellte Fragen“.

Auf Ihren Wunsch und in Absprache mit Ihrer Heimatinstitution ist es möglich, Ihre Datenpublikation über den FID GEO in Bezug auf die Darstellung im Internet dem „look and feel“ der Webseiten der Heimatinstitution anzupassen. Es wäre zum Beispiel möglich, alle FID GEO-Datenpublikationen einer bestimmten Universität mit Webdesign-Elementen eben dieser Universität im Internet darzustellen. Damit würden Sie ihre Zugehörigkeit zur Heimatinstitution deutlich machen und zugleich deren Sichtbarkeit im Internet erhöhen.

Wenn es ein Angebot zur Datenpublikation an Ihrer Heimatinstitution gibt, ist es sinnvoll, dass Ihre Publikation bei FID GEO dort bekannt ist. Das ist wichtig um sicherzustellen, dass die Metadaten Ihrer Publikation auch im Katalog der Heimatinstitution eingearbeitet werden und dort z.B. für statistische Auswertungen im Hinblick leistungsorientierter Mittelzuweisungen genutzt werden können. Wir nehmen gern den Kontakt mit Ihrer Institution auf.

Nach welchen Prinzipien und Standards werden Forschungsdaten beim FID GEO publiziert?

Es gibt verschiedene Initiativen, die sich für Fortschritte bei der Publikation von Forschungsdaten einsetzen. Drei der wichtigsten für die Publikation von Daten aus den Geowissenschaften sind im Folgenden kurz beschrieben.

Coalition on Publishing Data in the Earth and Space Sciences (COPDESS)
Diese Gruppe aus Verlegern und Daten-Einrichtungen hat mit ihrer Initiative einen Rahmen geschaffen, um gemeinsam Policies und Vorgehensweisen zur Datenpublikation und –zitation zu entwickeln und umzusetzen. Im „Statement of Commitment“ wird unter anderem empfohlen, Daten in fachspezifischen Datenbanken zugänglich zu machen. Die Verlage verpflichten sich im „Statement“, dass in Fachpublikationen Hinweise zum Speicherort und zur Verfügbarkeit der zur Textpublikation gehörenden Daten gegeben werden. Außerdem sollen Datensätze in Fachpublikationen gleichwertig neben Textpublikationen zitiert werden können, was bisher oft nicht möglich war.

Das „Statement“ wurde seit Januar 2015 von über 40 Verlagen und wissenschaftlichen Institutionen, Verbänden und Daten-Einrichtungen unterzeichnet. Zu den Unterzeichnern gehören Verlage wie Copernicus, Elsevier, Science, SpringerNature, Wiley sowie Gesellschaften wie die American Geophysical Union, die European Geosciences Union und die Geological Society of London.

Joint Declaration of Data Citation Principles (JDDCP)
Um das volle Potenzial von Datenpublikationen auszuschöpfen, müssen die Daten sinnvoll zitiert werden. Zum Beispiel ist es für die Nachnutzung wichtig, dass Zitate nicht nur von Menschen, sondern auch automatisiert und maschinell gelesen werden können. Die Force 11 „Data Citation Synthesis Group” hat mit der „Joint Declaration of Data Citation Principles (JDDCP)” Empfehlungen zur Guten Praxis von Datenpublikationen herausgegeben.
Guiding Principles for Findable, Accessible, Interoperable and Re-usable Data Publishing (FAIR Principles)
Die obengenannte JDDCP wird durch die „FAIR Principles“ erweitert und konkretisiert. Es handelt sich dabei um Leitlinien und Vorschläge für die Umsetzung in der Praxis, um das Finden von publizierten Daten, den Zugriff und die Nachnutzung zu erleichtern. Eine ausführliche Beschreibung findet sich auch bei Wilkinson et al. 2016

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